Masthead header

Die Masterclass beim Stilpiraten

Über meine Monster, besondere Gefährten, einen furchtlosen Piraten, seiner Piratenbraut und der Erkenntnis, dass man einmal mehr aufstehen sollte als hinfallen.

Freitag 15.01.2016
Eigentlich bin ich schon den ganzen Tag aufgeregt. Einmal, weil ich weiß, dass die Workshops bei Steffen einiges mit mir machen und zweitens, neue Fotografenkollegen kennenzulernen,
ist immer aufregend. Ich bin sozusagen Wiederholungstäter, nach dem Hochzeitsworkshop und der Mindclass geht es nun in Runde drei – Die Masterclass.
Jedes Mal, wenn ich das Heidestudio verlasse, habe ich das Gefühl, einen großen Schritt in die richtige Richtung zu machen.
Das kommt, weil Steffen unfassbar viel Wissen und Erfahrung preisgibt, Dich mit Tips und Tricks beschenkt und weil er, der Pirat, mit seiner entfesselnden,
unfassbar ehrlichen Art, Dir ordentlich den Kopf wäscht.

Samstag 16.01.2016
Nach tiefem Schlaf und einem Kaffee geht die Reise los. Zugegeben, aus Hamburg ist es nicht weit, das Wort Reise ist fast zu groß.
Es fühlt sich an wie eine Reise, nicht wie eine große Urlaubsreise, eher wie eine Reise zu mir und zu meinen Monstern.
Ich habe das große Glück, meine erste Gefährtin Steffi schon während dieser Reise kennenlernen zu dürfen.
Eine großartige Frau und eine tolle Fotografin. Bei Steffi fragt man sich, wann macht die Frau das alles? Selbstständig als Friseurin – dann noch Fotografin, Bloggerin, Grafikerin.

Zu dem Zeitpunkt sitzt schon ein erstes kleines Monster auf meiner Schulter  – Bin ich gut genug?

Der erste Blick auf das Heidestudio ist immer ein bisschen wie im Märchen. Ein so zauberhafter Ort. Man fühlt sich gleich ein bisschen wie zu Hause.
Christina öffnet die Tür und Du weißt, in diesen zwei Tagen ist das Dein zu Hause. Das fühlt sich so gut an.

An der legendären Tafel sitzen unsere Mitgefährten Lars, Mike und Jörg. Ich habe sie gleich gern.

Der erste Workshoptag beginnt – mit einem großartigen Frühstück. Lecker.
Liebe Christina, ich hoffe sehr, dass Du irgendwann einmal ein Kochbuch heraus bringst. Ich bestelle jetzt schon einmal eines vor.
Wir unterhalten uns und lernen uns kennen.

Dann die erste Frage vom Stilpiraten, was erwartet Ihr von der Masterclass?
Ich erhoffe mir – schwer zu beschreiben, was ich erhoffe. Man muss dazu sagen, das ich eine Ausbildung zur Fotografin gemacht habe, die großartig war, ich im
nachhinein aber das Gefühl habe, dass ich mir dadurch ein bisschen die Flügel genommen habe. Ich möchte wieder fliegen.
Wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch Bestätigung. Jeder Fotograf möchte das.

Schon sitzt ein zweites Monster auf meiner Schulter –  Genug?

Wir stürzen uns in die Flut der Masterclass, Steffen erklärt uns unseren Wahrnehmungsprozess und wie wir ihn für uns nutzen können.
Es geht ums Scheitern, wieder-Aufstehen, unglaublich tolle Inspirationsquellen, Vergleichsbilder, den eigenen Stil finden.
Es geht ums Üben, Üben, Üben. Denn wer in der Bundesliga spielen will, muss auch wie ein Bundesligaspieler trainieren.

Dann kommt Ponny – Ihr glaubt gar nicht wie sehr wir uns gefreut haben, dass wir diese wunderschöne Frau fotografieren dürfen.
Wow – was für ein Geschenk.
Der Praxisteil beginnt. Einfach inspirierend, einen so großen Einblick in die Gestaltungsküche des Stilpiraten zu bekommen.
„Du musst Dir nur gute Bedingungen schaffen, schon ist alles ganz einfach.“
Wir spielen mit Licht, geben uns gegenseitig Tipps, fotografieren und reden, reden, reden.

Mit einem leckerem Essen geht Tag 1 zu Ende, fast.
Die Bildbesprechung steht uns noch bevor. Ich schreibe das so, weil das für mich einfach ziemlich aufregend ist.

Auf meinen Schultern sitzen ca. 10 Monster, die laut rufen: „Nicht genug, nicht genug“. Sie heißen übrigens Selbstzweifel.
Dann geht es los. Vor mir sind Lars und Jörg dran, dann komme ich an die Reihe. Nachdem ich die Bilder der anderen beiden
gesehen habe, hänge ich nur noch auf meinem Stuhl. Die Selbstzweifel sind zu schwer.
Doch Steffen, behutsam und feinfühlig, holt mich mit gesunder Kritik und Verbesserungsvorschlägen wieder auf den Stuhl zurück.
Ich sitze wieder aufrecht. Mir ist klarer denn je: üben, üben, üben.
Wir fünf Gefährten unterhalten uns noch bis tief in die Nacht über Fotografie und über alles.

Sonntag 17.01.2016
Die Nacht selber erlebe ich eher als einen Strudel von Gedanken. Der erste Tag war schon so intensiv.
Die Monster sind wieder da und hüpfen zu Hunderten auf meiner Bettdecke. Wie soll man da schlafen?
Beim Aufstehen habe ich dann meinen Tiefpunkt.
Jetzt muss alles raus, dieser Scheiß Selbstzweifel, der mich nur runterzieht und traurig macht.
Ich mache mich selber fertig mit dieser ewigen Denkerei. Ich weine – Steffi tröstet mich.

Mit rot verquollenen Augen setze ich mich an den Frühstückstisch. Bedächtige Stille. Ich kann aber auch nichts sagen,
denn dann fange ich wieder an zu weinen.
Einfach weiter machen. Workshop Tag 2 beginnt. Wir kümmern uns um Lichtsetups und um die Kommunikation mit unseren Kunden.
Unsere große Aufgabe ist es an diesem Tag anhand einer Attributliste und inspirierenden Bildern eine Portraitidee zu Steffen und Bertan zu entwickeln.
Das macht richtig Spaß und es ist nicht schwer. Jeder von uns fünf muss eines seiner Konzepte umsetzen.

Im Vieraugengespräch mit Steffen wird mir immer klarer, wie sehr dieser Workshop ein Geschenk für mich ist.
Auf allen Ebenen helfen Steffen und Christina mir, weiter zu gehen.
Ich muss es nur wollen und umsetzen, mich von meinen Monstern lösen oder vielleicht eher mit ihnen arbeiten und einfach nur fotografieren.

Der 2. Tag geht viel zu schnell vorbei, aber ich habe so viel gewonnen.
Ich habe vier großartige Menschen kennengelernt, die mir in kürzester Zeit ans Herz gewachsen sind.
Ich weiß jetzt wie es weiter geht – oder das es überhaupt weiter geht. Ich bringe neue Inspirationen mit nach Hause und Mut.
Ich bin gewachsen.

„Erfolg heißt einmal mehr aufstehen als hinfallen.“

Lieber Steffen, liebe Christina, Danke für diese unglaublich intensive und so gute Zeit bei Euch.
Das, was Ihr für andere Menschen macht, ist unbezahlbar.

Alles Liebe, Nicole

share on pin to email to
  • 9. März 2016 - 16:45

    Lars - Toll geschrieben und tolle Fotos!

    Hoffentlich kommen die blöden Monster nicht wieder!
    Das hast du gar nicht nötig…
    Selbstzweifel? Schau dir öfter mal deine eigenen Bilder an, dann verfliegen die!ReplyCancel

Your email is never published or shared. Required fields are marked *

*

*

Protected by WP Anti Spam